munich modern jazz orchestra

Projekte

Collective Dreams

Realitätsebenen verschmelzen, reale Bilder vermischen sich mit abstrakten Formen, Welten entstehen und lösen sich in andere irreale Welten auf. Die Videokünstlerin Birthe Blauth und das munich modern jazz orchestra präsentieren erstmals live das multimediale Projekt »Collective Dreams«. Ein Crossover aus orchestralen Jazzarrangements von Musik der bekannten Band Radiohead und einem dafür konzipierten neunteiligen Video.

Die Koordination des internationalen Arrangeurkollektivs erfolgte durch das Lawrence University Conservatory of Music. Entstanden sind herausragende state-of-the-art Bigband-Arrangements. Für viele Jazzmusiker ist die Musik interessant, weil sie harmonisch und formal komplexer ist, als die der meisten Rock-Bands. Sie ist gleichzeitig manchmal auch düster, oft bizarr, teilweise sogar apokalyptisch.

Diese hohe Emotionalität und die komplexen Inhalte haben die Videokünstlerin Birthe Blauth und das munich modern jazz orchestra dazu bewogen, das multimediale Crossoverprojekt »Collective Dreams« zu entwickeln. Neun Titel wurden ausgewählt und in einen dramaturgischen Zusammenhang gestellt. Die eigens hierfür geschaffene Videoarbeit spannt darüber in kunstvoll komponierten Bildern einen Bogen in neun Kapiteln. Aus Bildrauschen formt sich eine Welt und der Kreislauf des Lebens beginnt: Schönheit und Wachstum, Wandel, Zerstörung, Zerfall und Verwandlung. Nichts ist erklärbar oder vorhersehbar. Vertraute Bilder verwandeln sich in irreale, aus denen wieder neue Bildwelten entstehen.

Hommage an den Schöpfer des "Tango Nuevo" Astor Piazolla

Das mmjo spielt in einem aktuellen Projekt Arrangements ausgewählter Kompositionen des berühmten Schöpfers des "Tango Nuevo" Astor Piazolla. Piazzolla erhob den argentinischen Tango zu einem festen Bestandteil in der Welt der Kunstmusik. Statt die vorhersehbaren rhythmischen Muster, das vertraute harmonische Vokabular und die einfachen Formen des traditionellen Tango zu verbinden, belebte Piazzolla die Form mit Einflüssen aus Klassik und Jazz.

1954 ging Piazzolla nach Paris, um bei Nadia Boulanger Komposition zu studieren. Beim ersten Vorspielen verschwieg er, dass er Tangos gespielt und komponiert hatte. Piazzolla erklärte seine Gründe so: In Wahrheit schämte ich mich, ihr zu sagen, dass ich Tangomusiker war, dass ich in Bordellen und Kabaretts von Buenos Aires gearbeitet hatte. Tangomusiker war ein schmutziges Wort im Argentinien meiner Jugend. Es war die Unterwelt. Boulanger entdeckte beim Durchsehen von Piazzollas Partituren Einflüsse von Ravel, Strawinsky, Bartók und Hindemith, vermisste jedoch eine individuelle Handschrift und bat Piazzolla, einen Tango auf dem Klavier zu spielen. Hinterher sagte sie Piazzolla deutlich die Meinung: Du Idiot! Merkst Du nicht, dass dies der echte Piazzolla ist, nicht jener andere? Du kannst die gesamte andere Musik fortschmeißen!